Sinus pilonidalis – Steißbeinfistel / Steißbeinvereiterung

Alles Wissenswerte zum Steißbeinabszess und zur modernen Behandlung der Steißbeinfistel

Auf dieser Seite finden Sie umfassende, verständliche und medizinisch fundierte Informationen rund um den
Steißbeinabszess und die Steißbeinfistel (Sinus pilonidalis) – von den typischen Symptomen über die Diagnostik bis hin zu modernen, schonenden Behandlungsmöglichkeiten.

Typische Symptome einer Steißbeinfistel

Wie macht sich eine Steißbeinfistel bemerkbar?

Leiden Sie wiederholt unter starken Schmerzen im Übergangsbereich zwischen Gesäß und Rücken?
Bildet sich oberhalb des Steißbeins plötzlich eine schmerzhafte Schwellung mit Rötung, Überwärmung und Druckempfindlichkeit – möglicherweise begleitet von Fieber oder Schüttelfrost?

Oder entwickelt sich über Tage oder Wochen eine zunehmend schmerzhafte Stelle, die größer wird, sich weich anfühlt oder den Eindruck vermittelt, als befinde sich Flüssigkeit unter der Haut?
Haben Sie Schwierigkeiten, schmerzfrei zu sitzen oder zu liegen?

In manchen Fällen öffnet sich die Schwellung spontan, und es entleert sich Eiter oder blutig-trübes Sekret.
Teilweise bestehen nur kleine, punktförmige Hautöffnungen, aus denen dauerhaft Flüssigkeit austritt – gelegentlich auch mit unangenehmem Geruch, der im Alltag als sehr belastend empfunden wird.

Manche Betroffene berichten weniger über Schmerzen als über ein dauerhaftes Druckgefühl, während sich regelmäßig Blut oder eitriges Sekret entleert.
Auch ein erneutes Auftreten nach bereits erfolgter Operation ist möglich.

Terminvereinbarung in unserer Praxis

Wenn eine oder mehrere dieser Beschwerden auf Sie zutreffen, empfehlen wir dringend die fachärztliche Abklärung durch einen erfahrenen Chirurgen.

Einen Termin können Sie unkompliziert vereinbaren:

Unsere Praxis behandelt sowohl privat versicherte als auch gesetzlich versicherte Patientinnen und Patienten.

Das Erstgespräch – Vertrauen und Genauigkeit

Im ersten Gespräch nehmen wir uns ausreichend Zeit, um Ihre Beschwerden detailliert zu erfassen:
Beginn, Verlauf, Intensität und die Auswirkungen auf Ihren Alltag stehen dabei im Mittelpunkt.

Gerade bei Erkrankungen im Bereich des Steißbeins empfinden viele Betroffene Scham oder Unsicherheit.
Wir wissen um diese sensible Situation und legen größten Wert auf Diskretion, Empathie und einen respektvollen Umgang.

Oft liefern gerade scheinbar nebensächliche Details wichtige Hinweise.
Gezielte Rückfragen eines erfahrenen Chirurgen ermöglichen häufig bereits im Erstgespräch eine klare Einordnung.

Steißbeinfisteln sind erworbene Erkrankungen der Gesäßfalte, die bei bestimmten Risikofaktoren häufiger auftreten:

  • männliches Geschlecht
  • starke Behaarung
  • tiefe Gesäßfalte
  • Übergewicht
  • vermehrtes Schwitzen
  • langes Sitzen
  • junges Lebensalter (20–40 Jahre)

Neben den objektiven Befunden ist uns besonders wichtig, Ihre persönliche Wahrnehmung der Beschwerden zu verstehen – denn nur so kann eine individuell passende Therapie geplant werden.

Körperliche Untersuchung und Diagnostik

Die körperliche Untersuchung bildet zusammen mit der Anamnese eine zentrale Säule der Diagnosestellung.

In der chronischen Form zeigt sich der Sinus pilonidalis meist als eine oder mehrere kleine, eiternde Hautöffnungen.
Bei der akuten Form steht der schmerzhafte Steißbeinabszess mit deutlicher Entzündungsreaktion im Vordergrund.

Eine präzise Beurteilung – gegebenenfalls ergänzt durch Sonographie – ist entscheidend für die Wahl der optimalen Therapie.
In seltenen Fällen kann auch eine Kernspintomographie erforderlich sein.

Unsere Praxis vereint langjährige chirurgische Erfahrung mit moderner apparativer Diagnostik.

Diagnose und verständliche Erklärung

Nach Abschluss der Untersuchungen erläutern wir Ihnen ausführlich:

  • die genaue anatomische Veränderung
  • die Ursache Ihrer Beschwerden
  • das Stadium und die Schwere der Erkrankung
  • mögliche zukünftige Entwicklungen
  • Behandlungsoptionen und Risiken

Ihr Hausarzt erhält selbstverständlich einen ausführlichen Befundbericht.

Behandlungsoptionen bei Steißbeinfisteln

Aktuelle medizinische Übersicht

Eine kompakte Zusammenfassung zur
modernen Therapie des Sinus pilonidalis
finden Sie in unserem Blog.

Grundlagen der Therapie

Grundsätzlich gilt: Eine dauerhafte Heilung der Steißbeinfistel ist nur operativ möglich.
Konservative Maßnahmen können Symptome lindern, beseitigen jedoch nicht die Ursache.

Bei einem akuten Steißbeinabszess ist eine zeitnahe chirurgische Behandlung notwendig.
Wir setzen dabei auf ein schonendes, patientenfreundliches Vorgehen, das schnelle Entzündungsfreiheit und ein gutes kosmetisches Ergebnis ermöglicht.

Bewährt hat sich insbesondere die Operation nach Karydakis (modifiziert nach Bascom), die mit einer hohen Heilungsrate von etwa 95 % verbunden ist.

Andere Verfahren wie Pit-Picking, Phenol-Instillation oder Sinusektomie kommen in ausgewählten Fällen infrage, werden jedoch individuell abgewogen.

Planung und Vorbereitung der Operation

Eine sorgfältige OP-Vorbereitung reduziert Risiken erheblich.
Dazu gehören aktuelle Laborwerte, die Überprüfung der Blutgerinnung sowie gegebenenfalls weitere internistische Abklärungen.

Im persönlichen Aufklärungsgespräch besprechen wir:

  • das empfohlene Operationsverfahren
  • Art der Narkose
  • Operationsdauer
  • mögliche Risiken
  • Nachbehandlung und Heilungsverlauf

Nachbehandlung und Heilungsverlauf

Nach der Operation sind die meisten Patientinnen und Patienten rasch schmerzarm.
Bewegung ist frühzeitig möglich und ausdrücklich erwünscht.

Längeres Sitzen sollte in den ersten Wochen vermieden werden.
Nach etwa vier Wochen sind die meisten Betroffenen wieder vollständig belastbar.

Sie erhalten von uns einen ausführlichen Nachsorgeplan sowie jederzeit die Möglichkeit zur persönlichen Rücksprache.

Kontrolltermine und Nachsorge

Ein erster Kontrolltermin erfolgt etwa eine Woche nach dem Eingriff.
Dabei prüfen wir den Heilungsverlauf klinisch und sonographisch.

Nach Abschluss der Behandlung informieren wir Ihren Hausarzt umfassend über den gesamten Therapieverlauf.