Praxisblog für Profis und Patienten

Telematik – was ist das eigentlich?

Die Digitalisierung hält endlich Einzug in das Gesundheitswesen. Die Telematik steht für eine hochwertigere Behandlung und effizientere Patientenversorgung.

Telematikinfrastruktur – Die Datenautobahn unseres Gesundheitswesens

Was bedeutet eigentlich „Telematik“?
Der Umbau des deutschen Gesundheitswesens gehört neben der Renten- und Arbeitsmarktreform zu den aktuellen sozialpolitischen Großprojekten. Digitalisierung ist eines der Zauberwörter unserer Zeit. Um dieses Wort verbreitet sich derzeit eine Goldgräberstimmung, der wir auf den Grund gehen wollen. Im Zuge dessen taucht immer wieder der Begriff Telematik auf. Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter?
Der Begriff der Gesundheitstelematik ist ein Kunstwort aus den drei Fachgebieten „Gesundheitswesen“, „Telekommunikation“ und „Informatik“.
Viele Patientinnen und Patienten glauben aufgrund der Desinformation der vergangenen Jahre noch immer, es gehe dabei lediglich um die neue Versichertenkarte, die elektronische Gesundheitskarte (eGK), auf der wichtige Patienteninformationen gespeichert werden sollen.
Das stimmt so nicht ganz. „Telematik – was ist das eigentlich?“ weiterlesen

Bauchaortenaneurysma – Vorsorgeuntersuchung

Das frühzeitige Erkennen eines Aortenaneurysmas kann Leben retten. Lassen Sie sich daher untersuchen. Die Untersuchung ist einfach und dauert nur kurz.

Was ist eigentlich ein Bauchaortenaneurysma?

Ein Aneurysma ist eine Aussackung einer Schlagader. Durch Gefäßveränderungen, die sogenannte Atherosklerose, verringert sich der Gefäßdurchmesser, was eine höhere mechanische Belastung der Gefäßwand zur Folge hat. Der im Gefäß herrschende Druck beult die Gefäßwand aufgrund abnehmender Elastizität dieser immer weiter aus. Somit nimmt der Durchmesser der Schlagader immer weiter zu.
Das Bauchaortenaneurysma zählt zu den am häufigsten vorkommenden Aneurysmen.

Haben Sie gewusst, dass Albert Einstein, Thomas Mann und Charles de Gaulle an einem geplatzten Bauchaortenaneurysma gestorben sind?

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Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) – Fluch oder Segen?

Seit dem 11.05.2019 ist das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in Kraft getreten und wirkt sich seit dem 01.09.2019 auch auf unsere Chirurgische Praxis aus. Ganz besonders betreffen die Änderungen den Aufgabenbereich von unserer Praxismanagerin, Peggy Füssel, denn die bisher perfekte Planung und Durchführung der Termine in unserer Praxis ist ihr Verdienst.
Ihre Meinung zum Terminservice- und Versorgungsgesetz ist daher umso interessanter:

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Das Impostor Syndrom im Rettungsdienst

Das Impostor-Syndrom ist im Rettungsdienst häufig und lässt Betroffene an der eigenen Leistung zweifeln, doch es gibt wirksame Mittel dagegen

Maria ist eine fachlich perfekte Notfallsanitäterin

Maria wischt sich trotzig über die feuchten Augen. Zusammengesunken sitzt sie vor mir in meinem Notarztzimmer und schluckt vernehmbar.
“Ich hab es mir doch gedacht. Ich hatte ja die Lanzette auch schon in der Hand.” Ihre letzten Worte gehen in ein ersticktes Flüstern über.
Sie ist extra nach ihrer Schicht zu mir gekommen, um sich zu entschuldigen. Und offenbar auch, um ihren Gefühlen Raum zu geben, denke ich mir, als ich aufstehe, um ihr ein Tuch aus dem Papierspender zu rupfen, was Maria mit einem wütenden Blick quittiert, als sie meine Absicht erkennt. Ich entscheide mich schnell um.
“Es wird einen guten Grund gegeben haben, dass du den Blutzucker nicht gemessen hast”, sage ich, als sie nicht weiter redet. „Das Impostor Syndrom im Rettungsdienst“ weiterlesen

Hilfe! Mein Mann stirbt!

Ein Einsatz zum Schichtwechsel

Ich habe mich ganz leise in das Notarztdienstzimmer und dort an meinen Spind geschlichen, um den Kollegen der vorangegangenen 24-Stunden-Schicht nicht aufzuwecken. Der hat sich im Bettzeug vergraben und unterbricht seine tiefen Atemzüge, trotz meiner Aktivitäten, nicht im Geringsten.
Ich gleite in die neongelbe Rettungshose, die dem Hochsichtbarkeitsmerkmal der Arbeitsschutzvorgaben gerecht wird. Noch vor wenigen Jahren sind wir Notärzte in der weißen Arbeitskleidung ausgerückt, die wir auch in der Klinik an hatten. Viele andere Kollegen sind immer noch nicht entsprechend gut ausgerüstet unterwegs.
Dann schlüpfe ich in die S3-Sicherheitsstiefel, während ich den Gürtel festzurre und die Schnalle arretiere.
In diesem Moment geht das Alarmlicht an der Wand an und etwas zeitversetzt schrillt schon der Alarm des Funktelefons in der Ladestation auf dem Schreibtisch neben dem Bett. „Hilfe! Mein Mann stirbt!“ weiterlesen

„Medizin so zu betreiben, wie sie vielleicht gedacht ist“

Warum für einen Arzt Krankenhaus und Berufung kaum vereinbar sind

Diesen Monat jährt sich der Schritt in meine chirurgische Praxis, mein Schritt in die Selbständigkeit. Der Übertritt in die eigene Praxis mit Kassensitz war für mich wie die Expedition eines gut trainierten und ausgerüsteten sowie selbstbewussten Forschers in den Dschungel eines noch unbekannten Kontinents. Und die Widrigkeiten ließen nicht lange auf sich warten.

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Was jetzt alle im Rettungsdienst wissen müssen

Ein ganz normaler Notarzteinsatz

Die Einsatzinformationen sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren

Ich bin Notarzt. Auf der Rückfahrt zu unserer Rettungswache erhalten wir den nächsten Einsatzalarm. Ich notiere mir die Uhrzeit und den Kilometerstand des Notarzteinsatzfahrzeugs (NEF) auf dem Schmierpapier, das am Klemmbrett der Dokumentationsmappe hängt.
Jemand sei bewusstlos, meldet die DATbox knapp und speist die Einsatzadresse automatisch in das Navi unseres Fahrzeugs ein. Die Route entfaltet sich auf dem Display und wir fahren los, folgen ihr mit Blaulicht und Horn. Abwechselnd beschleunigen wir stark und bremsen wieder ab und arbeiten uns so durch den dichten Verkehr. Ich bin es mittlerweile gewohnt, kann mich wie immer total auf den Rettungsassistenten von der Berufsfeuerwehr verlassen. Wie so oft auf der Anfahrt zum Einsatzort bin ich inzwischen woanders mit meinen Gedanken. Gerade fällt mir die Funkstille besonders auf. Seit der Einführung des Digitalfunks werden die Einsatzdaten nicht mehr über den Funk ausgetauscht. Besonders die knappen Informationen, welches Meldebild mich erwartet und vielleicht noch unter welchen Umständen, fehlen mir.

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Krebskrank durch Nachtdienste?

Aus dem Alltag eines Dienstarztes

Ich bin Arzt in einem Krankenhaus. Heute werde ich für 24h in der Klinik bleiben, ich wurde als Dienstarzt eingeteilt. Die ersten sechs Stunden habe ich am OP-Tisch gestanden, 18 Stunden liegen noch vor mir. 16 Stunden davon sind als Bereitschaftsdienst deklariert, das heißt, ich kann ruhen, wenn keine Arbeit anfällt.
Ich gehe auf die Station und helfe mit, die neuen Patienten für die Operation am nächsten Tag vorzubereiten. Bevor die Kollegen in den Feierabend gehen, werden gemeinsam

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Warten beim Arzt. „Wie lange dauert es denn noch?“

Kennen Sie das?

Nachdem man vor ca. zwei Monaten den Termin beim Facharzt vereinbart hat, sitzt man nun schon über eine halbe Stunde im überfüllten Wartezimmer.
Wenigstens ist vor ca. 10 Minuten endlich ein Platz frei geworden.
Nun lehnt bereits ein neuer Patient dort an der Wand, wo Sie eben noch gestanden haben.

Dann endlich ist es soweit: Ihr Name wird aufgerufen. Die Sprechstundenhilfe führt Sie zu einer Vorab-Untersuchung wie z.B. zur Blutdruckmessung und bittet Sie dann, auf einem Wartestuhl oder schon im Sprechzimmer Platz zu nehmen. Der Arzt komme gleich.

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