Was Nüsse, Gemüse, Obst, Münzen und Sportbälle gemeinsam haben – Chirurgische Größenvergleiche

Abstrakte Größenangaben kann der Mensch nur schlecht in eine Vorstellung übersetzen. Daher behilft man sich in der Chirurgie oft mit Vergleichen.

Ein Zentimeter mehr ist zu viel?

„4 cm x 3 cm x 2 cm wäre normal, hat der Arzt gesagt, aber hier steht, meine sei 5,5 cm x 4,5 cm x 3,5 cm und das wäre schon zu groß.“, fasste Herr Teusch den Arztbesuch für seine Frau zusammen. Sie stellte ihre Kaffeetasse zurück auf den Frühstückstisch und beugte sich zu ihrem Mann hinüber, um einen Blick auf den Befund der Prostatauntersuchung in dessen Hand zu werfen. Sie versuchte, sich mit ihren Zeigefingern den Abstand von 4 cm und 5 cm zu verdeutlichen. „So vielleicht und so…“, mutmaßte sie, „Stimmt das? So viel hier? Und was soll da schon so ein winziger Unterschied ausmachen zwischen gesund und krank?“
„Das ist ja nur ein Zentimeter weniger nach allen Seiten“, sagte Herr Teusch, während er in Gedanken versuchte, sich den Größenunterschied zu verdeutlichen..
„Wie groß ist eigentlich das hier? Kann man das vergleichen?” fragte Herr Teusch und griff nach dem Frühstücksei im Eierbecher vor sich.

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Schwer verletzt und eingeklemmt!

Schwer verletzt: Muss jeder wache, atmende Patient intubiert werden? Eine Studie hat eben dies 2019 untersucht. Ein Fallbeispiel.

Intubieren oder nicht?

Als Praktikant auf dem Notarzteinsatzfahrzeug

Wir hatten seit Schichtbeginn vor ein paar Stunden noch keinen einzigen Einsatz gehabt und saßen seitdem in den Wachräumen des Notarztstandortes. Durch die mittlerweile einsetzende Langeweile, begann ich mich zu fragen, ob die Erzählungen von Dr. Patrick Boretzer der einzige Praktikumsinhalt am heutigen Tage bleiben sollten.
Dr. Boretzer war bei Praktikanten einer der begehrtesten Notärzte und auch ich war froh über diese Gelegenheit, heute bei ihm lernen zu dürfen. Er war Mitte fünfzig und seit über 25 Jahren im städtischen Rettungsdienst und bei der Bergwacht als Notarzt tätig und teilte seine Erfahrung gerne auch mit angehenden Ärzten wie mir.
Momentan begann sich in mir allerdings das bedrückende Gefühl der Enttäuschung breit zu machen, denn inzwischen redete Dr. Boretzer schon seit sicher einer halben Stunde nur über eine Sache. „Schwer verletzt und eingeklemmt!“ weiterlesen

Wie McDreamy sein? – Was einen Chirurgen wirklich ausmacht

Beruf oder Berufung?

Von jedem Beruf hat man mehr oder weniger romantisierende Vorstellungen. Und jeder junge Mensch in unserer Gesellschaft steht irgendwann vor der Entscheidung, welchen Beruf er ergreifen will. Eigene berufliche Erfahrungen können zu diesem Zeitpunkt in die Entscheidung natürlich noch nicht oder kaum einfließen. Andererseits beherrschen die Klischees und Stereotypen aus Serien und Anekdoten vor allem die Vorstellungen junger Menschen der Gesellschaft.
Einige Schülerinnen und Schüler wünschen sich, Chirurg zu werden und operieren zu können. Ist daran etwas Besonderes? Ist das ein Beruf, den sich jeder einfach aussuchen kann? Wann sollte man sich diesen Beruf zum Ziel setzen und wann nicht?
Warum stellt sich die Frage überhaupt, wieso jemand Chirurg werden will? „Wie McDreamy sein? – Was einen Chirurgen wirklich ausmacht“ weiterlesen

Telematik – was ist das eigentlich?

Die Digitalisierung hält endlich Einzug in das Gesundheitswesen. Die Telematik steht für eine hochwertigere Behandlung und effizientere Patientenversorgung.

Telematikinfrastruktur – Die Datenautobahn unseres Gesundheitswesens

Was bedeutet eigentlich „Telematik“?
Der Umbau des deutschen Gesundheitswesens gehört neben der Renten- und Arbeitsmarktreform zu den aktuellen sozialpolitischen Großprojekten. Digitalisierung ist eines der Zauberwörter unserer Zeit. Um dieses Wort verbreitet sich derzeit eine Goldgräberstimmung, der wir auf den Grund gehen wollen. Im Zuge dessen taucht immer wieder der Begriff Telematik auf. Doch was verbirgt sich eigentlich dahinter?
Der Begriff der Gesundheitstelematik ist ein Kunstwort aus den drei Fachgebieten „Gesundheitswesen“, „Telekommunikation“ und „Informatik“.
Viele Patientinnen und Patienten glauben aufgrund der Desinformation der vergangenen Jahre noch immer, es gehe dabei lediglich um die neue Versichertenkarte, die elektronische Gesundheitskarte (eGK), auf der wichtige Patienteninformationen gespeichert werden sollen.
Das stimmt so nicht ganz. „Telematik – was ist das eigentlich?“ weiterlesen

Bauchaortenaneurysma – Vorsorgeuntersuchung

Das frühzeitige Erkennen eines Aortenaneurysmas kann Leben retten. Lassen Sie sich daher untersuchen. Die Untersuchung ist einfach und dauert nur kurz.

Was ist eigentlich ein Bauchaortenaneurysma?

Ein Aneurysma ist eine Aussackung einer Schlagader. Durch Gefäßveränderungen, die sogenannte Atherosklerose, verringert sich der Gefäßdurchmesser, was eine höhere mechanische Belastung der Gefäßwand zur Folge hat. Der im Gefäß herrschende Druck beult die Gefäßwand aufgrund abnehmender Elastizität dieser immer weiter aus. Somit nimmt der Durchmesser der Schlagader immer weiter zu.
Das Bauchaortenaneurysma zählt zu den am häufigsten vorkommenden Aneurysmen.

Haben Sie gewusst, dass Albert Einstein, Thomas Mann und Charles de Gaulle an einem geplatzten Bauchaortenaneurysma gestorben sind?

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Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) – Fluch oder Segen?

Seit dem 11.05.2019 ist das Terminservice- und Versorgungsgesetz (TSVG) in Kraft getreten und wirkt sich seit dem 01.09.2019 auch auf unsere Chirurgische Praxis aus. Ganz besonders betreffen die Änderungen den Aufgabenbereich von unserer Praxismanagerin, Peggy Füssel, denn die bisher perfekte Planung und Durchführung der Termine in unserer Praxis ist ihr Verdienst.
Ihre Meinung zum Terminservice- und Versorgungsgesetz ist daher umso interessanter:

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Das Impostor Syndrom im Rettungsdienst

Das Impostor-Syndrom ist im Rettungsdienst häufig und lässt Betroffene an der eigenen Leistung zweifeln, doch es gibt wirksame Mittel dagegen

Maria ist eine fachlich perfekte Notfallsanitäterin

Maria wischt sich trotzig über die feuchten Augen. Zusammengesunken sitzt sie vor mir in meinem Notarztzimmer und schluckt vernehmbar.
“Ich hab es mir doch gedacht. Ich hatte ja die Lanzette auch schon in der Hand.” Ihre letzten Worte gehen in ein ersticktes Flüstern über.
Sie ist extra nach ihrer Schicht zu mir gekommen, um sich zu entschuldigen. Und offenbar auch, um ihren Gefühlen Raum zu geben, denke ich mir, als ich aufstehe, um ihr ein Tuch aus dem Papierspender zu rupfen, was Maria mit einem wütenden Blick quittiert, als sie meine Absicht erkennt. Ich entscheide mich schnell um.
“Es wird einen guten Grund gegeben haben, dass du den Blutzucker nicht gemessen hast”, sage ich, als sie nicht weiter redet. „Das Impostor Syndrom im Rettungsdienst“ weiterlesen

Hilfe! Mein Mann stirbt!

Ein Einsatz zum Schichtwechsel

Ich habe mich ganz leise in das Notarztdienstzimmer und dort an meinen Spind geschlichen, um den Kollegen der vorangegangenen 24-Stunden-Schicht nicht aufzuwecken. Der hat sich im Bettzeug vergraben und unterbricht seine tiefen Atemzüge, trotz meiner Aktivitäten, nicht im Geringsten.
Ich gleite in die neongelbe Rettungshose, die dem Hochsichtbarkeitsmerkmal der Arbeitsschutzvorgaben gerecht wird. Noch vor wenigen Jahren sind wir Notärzte in der weißen Arbeitskleidung ausgerückt, die wir auch in der Klinik an hatten. Viele andere Kollegen sind immer noch nicht entsprechend gut ausgerüstet unterwegs.
Dann schlüpfe ich in die S3-Sicherheitsstiefel, während ich den Gürtel festzurre und die Schnalle arretiere.
In diesem Moment geht das Alarmlicht an der Wand an und etwas zeitversetzt schrillt schon der Alarm des Funktelefons in der Ladestation auf dem Schreibtisch neben dem Bett. „Hilfe! Mein Mann stirbt!“ weiterlesen

„Medizin so zu betreiben, wie sie vielleicht gedacht ist“

Warum für einen Arzt Krankenhaus und Berufung kaum vereinbar sind

Diesen Monat jährt sich der Schritt in meine chirurgische Praxis, mein Schritt in die Selbständigkeit. Der Übertritt in die eigene Praxis mit Kassensitz war für mich wie die Expedition eines gut trainierten und ausgerüsteten sowie selbstbewussten Forschers in den Dschungel eines noch unbekannten Kontinents. Und die Widrigkeiten ließen nicht lange auf sich warten.

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Was jetzt alle im Rettungsdienst wissen müssen

Ein ganz normaler Notarzteinsatz

Die Einsatzinformationen sind auch nicht mehr das, was sie einmal waren

Ich bin Notarzt. Auf der Rückfahrt zu unserer Rettungswache erhalten wir den nächsten Einsatzalarm. Ich notiere mir die Uhrzeit und den Kilometerstand des Notarzteinsatzfahrzeugs (NEF) auf dem Schmierpapier, das am Klemmbrett der Dokumentationsmappe hängt.
Jemand sei bewusstlos, meldet die DATbox knapp und speist die Einsatzadresse automatisch in das Navi unseres Fahrzeugs ein. Die Route entfaltet sich auf dem Display und wir fahren los, folgen ihr mit Blaulicht und Horn. Abwechselnd beschleunigen wir stark und bremsen wieder ab und arbeiten uns so durch den dichten Verkehr. Ich bin es mittlerweile gewohnt, kann mich wie immer total auf den Rettungsassistenten von der Berufsfeuerwehr verlassen. Wie so oft auf der Anfahrt zum Einsatzort bin ich inzwischen woanders mit meinen Gedanken. Gerade fällt mir die Funkstille besonders auf. Seit der Einführung des Digitalfunks werden die Einsatzdaten nicht mehr über den Funk ausgetauscht. Besonders die knappen Informationen, welches Meldebild mich erwartet und vielleicht noch unter welchen Umständen, fehlen mir.

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